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Lodernde Faszination und der Weg des Glücks

Lagerfeuer - © Galyna Andrushko - Fotolia.com
Lagerfeuer - © Galyna Andrushko - Fotolia.com
Man legt für einen die Hand ins Feuer, bekämpft Feuer mit Feuer und ist Feuer und Flamme für etwas. In unserem Sprachgebrauch hat die Faszination des Feuers ihre Spuren hinterlassen.
Nicht überraschend, wenn man auf die kulturhistorische Bedeutung des Licht- und Wärmespenders zurückblickt.

Flammende Veränderungen in der Menschwerdung

Bereits in der Steinzeit zählte das Feuer zu einer der wichtigsten Errungenschaften in der zivilisatorischen Entwicklung des Menschen - wenn nicht gar der wichtigsten. Niemand kann es sicher sagen, doch geht man heute davon aus, dass das Feuer durch einen Blitzschlag entdeckt wurde, der Bäume in Flammen setzte. Die Macht des Feuers zog die Menschen in seinen Bann, fortan bemühte man sich, dieses Geschenk der Natur selbst entfachen und es in weiterer Folge kontrollieren zu können. Und das bereits im Altpaläolithikum, wie Funde beweisen. Die menschliche Existenz hatte einen Wendepunkt erreicht. Das Feuer spendete Wärme - man konnte in kältere Regionen vordringen und sich dort niederlassen. Es bot Schutz vor wilden Tieren und anderen Feinden - man konnte sich sicherer fühlen. Und schließlich brachte es einen unschätzbaren Wert für die Küche. Gekochtes Fleisch schmeckte nicht nur besser, es konnte auch länger haltbar gemacht werden und entlastete die Verdauungsorgane.

Und was bedeutete die erleichterte Verdauung? Genau, Energie-Effizienz. Die eingesparte Energie konnte anderweitig verwendet werden. Der Mensch der Steinzeit traf eine gute Wahl, indem er sie für Kommunikation und kreatives Handeln nutzte. Das Resultat: eine verstärkte Nutzung des Gehirns und damit eine Vergrößerung des Hirnvolumens - ganz schön hilfreich in der weiteren Menschwerdung.

Grillen als Bastion der Urmenschen

Grillen erfreut sich heute bester Beliebtheit und kann als direkter Nachkomme der ursprünglichsten Form der Nahrungszubereitung eingeordnet werden. Der Grillmeister ist der Herr über das Feuer und versorgt seine Sippe mit dem zwar meist nicht selbst erlegten, dafür aber selbst in die Flammen geworfenen Nahrungspaket. Auf Kochgeschirr kann getrost verzichtet werden und der verweichlichte Stadtmensch wird urplötzlich zum Urmann, der kein Problem damit hat, Säbelzahntigermedaillons oder Mammutkeulen auf seinem Flammenkessel zu rösten. Manch einer geht auch soweit, in Grillzange und -schürze königliche Insignien wie Herrschermantel und Königszepter erkennen zu können.

Zur Herstellung von Feuer brauchte man in der Steinzeit drei Materialien: leicht brennbaren Zunder, Pyrit und Feuerstein - ein Prinzip, das auch heute noch Zündhölzer zum Leuchten bringt.

Befeuert ist man weniger allein

Das Sozialverhalten des Menschen änderte sich fortan in einem positiven Sinne - die Zeit der Lagerfeuerromantik wurde eingeleitet, man traf sich an der Feuerstelle und führte dort schließlich auch Riten durch. Auch heute noch musizieren wir im Schein des Feuers und erzählen einander Geschichten. Wir spüren Behaglichkeit bei einem Candlelight-Dinner und wohlige Wärme vor dem offenen Kamin.

Wir zünden Feuerwerke um den Höhepunkt einer Festivität zu feiern. Dieser Brauch hat seinen Ursprung im China des zu Ende gehenden ersten Jahrtausends nach Christus, wo mittels des Krachs böse Geister vertrieben werden sollten. Ja, wenn es schon wilde Tiere vertreiben konnte... Die Bedeutung der Herrschaft über das Feuer brachte gar Königshäuser dazu, Feuerwerken eine zentrale Rolle in der Repräsentation des Hofes zuzuschreiben. Der britische König George II. ließ eigens eine „Feuerwerksmusik” komponieren - Georg Friedrich Händel übernahm diese ehrenvolle Aufgabe.

Alle vier Jahre blickt die Welt gebannt auf einen Feuerträger. Der symbolische Wert wird mit einem großen Schuss Spiritualität versetzt, wenn das Olympische Feuer am Austragungsort der Olympischen Spiele entfacht wird. Ein Relikt aus der Antike ist es, was unser aller Aufmerksamkeit erregt. Im antiken Griechenland wurde das Feuer zu Ehren der Göttin Hestia, der Göttin des Herdfeuers, von Olympia aus in die übrigen griechischen Städte gebracht und damit der Olympische Frieden verkündet.

Ein Ritual, das bis heute nicht an Faszination eingebüßt hat, ist der Feuerlauf. Menschen laufen bloßfüßig über glühende Kohlen um zu sich selbst zu finden, spirituell aus sich hinaus zu wachsen oder Ängste zu überwinden. Doch macht ihnen das Feuer hier keinen Strich durch die Rechnung? Oder besser gefragt: Warum spielen hier die Füße mit? Wissenschaftler kamen zu der Erklärung, dass jeder Mensch in normaler körperlicher Verfassung den Kohlenlauf absolvieren könne. Ein durchschnittlicher Kontakt von 0,8 Sekunden zwischen Fußsohlen und heißer Kohle sei kurz genug, um den Schutz durch die menschliche Hornhaut gewährleisten zu können. That’s it.

Glück auf Abruf oder: Aberglaube versetzt Bären

Doch nicht nur das Feuer übte seine mystische Wirkung auf die frühen Menschen aus. Auch das Jagdglück sollte mittels erprobter Symbole sicher gestellt werden. Die Zeit der Talismane reicht in die steinige Zeit der Menschheit zurück, wo Zähne und Krallen wilder Tiere als Kraftspender galten. Um den Hals gehängt, sollten sie ihrem Träger die Kraft der Tiere übertragen, während Pfeilspitzen wiederum als Siegestrophäe getragen wurden. Auch heute noch sind derartige Insignien als schmückende Stücke erhältlich.

Einige Zeit später kam auch der Rauchfangkehrer als Glücksbringer auf. Und nicht ohne Grund, denn schließlich blieb bei einem verstopften Kamin die Küche kalt. Und nicht nur die Küche - auch die Heizung war von einem freigelegten Rauchabzug abhängig. Der Rauchfangkehrer war Retter in der Not und gilt auch heute noch als Wegbereiter des Glücks. Auch Scherben bringen Glück. Zumindest möchte das ein Sprichwort wissen, dessen Ursprünge möglicherweise auf frühmenschliche Opferrituale zurückgeführt werden können.

Wissenschaftler sehen im Aberglauben eine Art Konditionierung, die evolutionsähnlich abläuft. Ein Erfolg in einer bestimmten Situation wird im selektiven Gedächtnis abgespeichert. Das Verhalten wird beim nächsten Auftreten derselben Situation intuitiv wiederholt, läuft automatisch, unbewusst und bar jeder Logik ab. Auf diese Weise konnten Gefahren schneller erkannt werden - Ähnliches wurde auch im Tierreich entdeckt, wo in nicht-eindeutigen Situationen abergläubisch vom schlimmsten Fall ausgegangen wurde. Diese Schutzfunktion brachte schließlich einen enormen Vorteil für die Überlebensfähigkeit. Aus diesem Grund sind Glücksbringer und Logik schwer unter einen Hut zu bringen.

Mit steinzeitlichen Erklärungen können wir diesen Hut allerdings doch ausreichend füllen.

Autor: Mag. Oliver Rapouch

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