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Geschlechtsspezifisches Verhalten

geschlechtsspezifisch - © Adrian Hillman - Fotolia.com
geschlechtsspezifisch - © Adrian Hillman - Fotolia.com
Es sind die feinen Unterschiede, die einem zeigen, ob die soeben wahrgenommenen Worte über weibliche oder männliche Lippen gehuscht sind. Dabei kommt es jedoch nicht unbedingt darauf an, was bis in die Ohren gelangt. Wer zwischen den Zeilen liest, versteht oft mehr.

Denn weibliches und männliches Kommunikationsverhalten mögen es nicht so gern, wenn sie in der Öffentlichkeit dasselbe Gewand tragen müssen.

Doch woran liegt es nun, dass das Denken auf der Unisex-Ebene keinen perfekten gemeinsamen Nenner finden kann? Ein Blick in die Steinzeit offenbart schon einmal etwas theoretisches Grundwissen, das einer Erklärung hilfreich entgegen kommen kann.

Zeit für Gehirnpause

Nehmen wir einmal das menschliche Gehirn. Und nehmen wir einmal die wechselnden Zustände. Im Ruhemodus wird die Gehirntätigkeit heruntergefahren - eine Einsparung von Reserven. So sagt man gern dazu. Beim männlichen Gehirn wird die Aktivität auf 70% heruntergefahren, wenn das Denken mal nicht im Vordergrund steht. Eine angemessene Verschnaufpause für die Ganglien. Das weibliche Gehirn jedoch, reduziert seine Tätigkeit nur so weit, dass eine anhaltende Aktivität von 90% bestehen bleibt.

Den Grund sehen Forscher in der Frühzeit des Menschen verankert: Die Männer mussten für das leibliche Wohl ihrer Familie sorgen, mussten auf Jagd gehen, wo sie stundenlang Tieren folgten und sie aus weiter Entfernung anvisierten. Das erforderte eine ganze Menge an Konzentration, denn jeder falsche Schritt hätte alle Bemühungen schnell zunichte machen können und den Jägern ein Bild von am Horizont verschwindenden Hinterteilen geboten. Auf diese Phasen der höchsten Anspannung mussten natürlich auch entsprechende Ruhepausen folgen. Und zur Abkühlung wurde das Gehirn dann in einen Ruhemodus versetzt. Die Frauen hingegen, kümmerten sich in der Zwischenzeit um den Nachwuchs und mussten ständig die Umgebung im Auge behalten, ständig Ausschau halten nach möglichen Gefahren. Der Nachwuchs musste schließlich vor wilden Tieren und fremden Stämmen geschützt werden. Pause gab’s da nicht.

Dieser Tatsache liegt auch zugrunde, dass das weibliche Blickfeld auch heute noch ein ziemlich weiträumiges ist, während die männlichen Augen vielmehr im Tunnel-artigen Bereich observieren - Übersicht versus Anvisieren.

Der weibliche Sinn für’s Emotionale

Deutlich besser funktioniert im weiblichen Gehirn auch der Austausch zwischen der rechten und linken Gehirnhälfte. Das hat zur Folge, dass Frauen von Natur aus viel eher in der Lage sind, nonverbale Signale in der Kommunikation und damit auch Emotionen zu deuten als ihre männlichen Pendants. Es fällt ihnen dadurch auch tatsächlich leichter, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu verrichten, während Männer vielmehr dazu tendieren, eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen, Schritt für Schritt. Und weshalb tendieren Männer immer öfter zum „Lone Wolf”-Prinzip? - Auch das ist auf die mangelnde Kooperation zwischen Hirnhälfte eins und zwei zurückführbar. Dem Problem wird mittels der rechten Gehirnhälfte zu Leibe gerückt, während die linke, in der ein beachtlicher Teil der Kommunikation stattfindet, vorübergehend ruhig  gestellt wird.

Ein gerne gezeichnetes Bild ist jenes von der mitteilungsbedürftigen Frau und dem wortkargen Mann. Tatsächlich verwenden Frauen durchschnittlich 6.000 bis 8.000 Wörter pro Tag, Männer sind in diesem Vergleich wahre Sparmeister - mit einem täglichen Verbrauch von 2.000 bis 4.000 Wörtern. Und Forscher sehen diesen Trend auch in Verbindung mit dem Hormonhaushalt, denn wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge, hemmt das männliche Testosteron das Wachstum des Kommunikationszentrums und macht stattdessen Platz für Aggressivität und Sexualität.

Auch das oft gehörte „Du verstehst mich nicht” lässt sich mit einem Blick auf die unterschiedlichen Denkmuster besser verstehen. Die Wissenschaft spricht vom analytischen Männerdenken, dem ein emotionales Frauendenken gegenüber gestellt wird. Wenn die Dame nun über ein Problem spricht, das sie bedrückt, geht es ihr vor allem auch darum, Verstanden zu werden. Der „oberflächliche” Mann jedoch reduziert das Problem ganz analytisch auf seine technische Lösung und räumt dem emotionalen Gehalt nun weniger bis gar keine Bedeutung zu. Und fertig ist der Nährboden für die Pflanze der gefühlten Ignoranz.

Wo der Mann Mann sein kann

Diese Unterschiede in der gelebten Alltagskommunikation tragen in nicht wenigen Fällen dazu bei, dass der Mann sich in eine Parallelwelt zurückzieht, in der die Männlichkeit ausgelebt werden kann. Eine Welt, deren Inneres den Frauen ein Mysterium bleibt - die Welt der Männerbünde.

Die Steinzeitmänner rotteten sich bereits unter Ihresgleichen zusammen um gemeinsam auf die Jagd zu gehen. So fanden sie einen gesellschaftlichen Freiraum vor, in dem Weiblichkeit keine Rolle spielte. Körperliche Stärke und männliches Aggressionsverhalten waren die Grundpfeiler für diesen Entwurf einer sozialen Untergruppe mit Freiheitsbonus. Dieser Gedanke lebt auch heute noch im Stammtisch weiter. Männer treffen sich in einer Runde bei Getränken und „Männerthemen”. Und auch das Bundesheer lässt sich hier wie ein klassischer Prototyp einordnen: Nachdem Burschen die ersten Lebensjahre für gewöhnlich bei der Mutter verbringen und mit „Mütterverhalten” erzogen werden, sei bei ihrem Eintritt ins Erwachsenenalter wieder eine „Vermännlichung” nötig. Und diese Mannswerdung erfolgt im besten Fall bei der Organisation, in der Kampf und Verteidigung hoch oben an der Tagesordnung stehen.

Weiblichkeit im Abseits - der männerbündische Fußball

Überhaupt zieht sich der Kampfgedanke ohne Pause von der Steinzeit bis ins Heute. Männlichkeit wurde stets mit aggressiver Dominanz in Verbindung gebracht. Auch im Fußball sehen Anthropologen eine Huldigung für den männlichen Körper, die mit aggressivem Stolz verteidigt wird und so zu einer sexuellen Abwertung des jeweiligen Gegners führt. Das Konglomerat aus Kraft, Geschick und Ausdauer wird durch männliche Solidarität ergänzt. Schimpfworte und Drohungen ergeben einen gemeinsamen Kampfruf, der in Abwesenheit der Frauen auch derbere Formen annehmen kann. In den Kampf gezogen wird also auch heute noch. Mit Lärm und Gebrüll. Wo männliche Werte mit Füßen getreten werden, ist Solidarität der Schlüssel zum geschlechtsspezifischen Fortbestehen.

Autor: Mag. Oliver Rapouch

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