Logo von maennernews.info
Start · Sex & Liebe · Sport & Fitness · Spaß & Freizeit · Gesellschaft & Soziales
Sport & Fitness   Extremsport   Marathon   Gesundheit   Geschlechtskrankheiten  

Experteninterview mit Dr. Daniel Feurstein

CBD-Hanfblüten - (c) Dr. Feurstein
CBD-Hanfblüten - (c) Dr. Feurstein
Das aus der Pflanze Hanf gewonnene CBD ist ein natürlicher Wirkstoff, der auf immer größeres Interesse stößt.

Viele Patienten sind auf der Suche nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten hinsichtlich ihrer Erkrankung.  Die Beweggründe dafür sind vielfältig. Wir führen ein Interview mit Dr. Daniel Feurstein über die Verwendung von Cannabis und dessen Bedeutung in der modernen Medizin. Unser Interviewpartner ist Molekularbiologe, arbeitet in der Arzneimittelforschung und Entwicklung in einem Schweizer Biotech Unternehmen und ist Geschäftsführer der in Österreich ansässigen Dr. Feurstein Medical Hemp GmbH

Dr. Feurstein, was ist CBD und ist es legal?
Dr. Daniel Feurstein: CBD – ausgesprochen Cannabidiol– ist ein nicht psychoaktiver Wirkstoff mit therapeutischem Potential, der aus weiblichen Cannabis Blüten gewonnen wird. Im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol (THC), einem weiteren Cannabinoid der Pflanze Hanf, verursacht CBD kein Rausch und fällt somit nicht unter das Suchtmittelgesetz. Daher ist CBD völlig legal.

Momentan ist CBD in aller Munde, man könnte gar von einem Boom sprechen. Wo hilft CBD?
Dr. Daniel Feurstein: Ja, das Thema Cannabis und CBD ist derzeit omnipräsent, aber nicht nur in Österreich. Länder wie Kanada, Israel, Australien, einige US Bundesstaaten und seit 2017 auch Deutschland zeigen auf, welche Entwicklung Cannabis in der Medizin macht. Und das zu Recht. So veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation WHO im Winter 2017 einen Bericht, der CBD als therapeutisch wertvoll einstuft. In Kanada kann CBD als „third-line treatment“ bei chronischen Schmerzen verordnet werden. Und Anfang Juli 2018 kommunizierte die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA, positive klinische Daten von CBD zur Behandlung von Epilepsie und eine damit verbundene mögliche Marktzulassung als Medikament. Derzeit rekrutieren hunderte klinische Studien weltweit Patienten mit unterschiedlichsten Erkrankungen um die Wirksamkeit von CBD klinisch weiter zu belegen.

Das heißt, es könnte schon bald ein reines CBD Medikament zur Behandlung von Epilepsie auf dem Markt sein. Kann das Cannabinoid aber nicht auch bei kleineren Leiden eingesetzt werden.
Dr. Daniel Feurstein:  Für einen Patienten sind die „Leiden“ meistens nicht so klein. Das heißt, wenn ein Patient zum Beispiel unter Schlafstörungen leidet, dann kann das auf Dauer sehr belastend sein und am Ende auch zu zusätzlichen körperlichen und seelischen Erkrankungen führen. CBD wird generell von der Wirkung her als entspannend und beruhigend beschrieben. Wissenschaftliche und erste klinische Studien zeigen, dass CBD unter anderem entzündungshemmend wirkt. So berichten zahlreiche Kunden, die an Arthritis leiden, von einer Linderung der Symptome. Ähnlich positive Wirkung sehen wir bei einigen Hauterkrankungen. Allerdings fehlen noch weitere klinische Studien um mit Sicherheit Aussagen über die Wirksamkeit machen zu können.

Wie wird CBD eingenommen bzw. angewendet?
Dr. Daniel Feurstein: CBD wird in verschiedensten Formen und Konzentrationen angeboten. Vom Öl bis zur alkoholischen Tinktur, getrocknete CBD Hanf Blüten, sogenanntes Cannabis flos, oder in Form von Cremen. In einigen US Bundesstaaten, aber auch in Deutschland, kann zum Beispiel Cannabis flos bereits vom Arzt verschrieben und in Apotheken bezogen werden. Diese Hanfblüten können dann zum Beispiel mit medizinischen Geräten, sogenannten Vaporizern, verdampft werden ohne dass schädlicher Rauch entsteht.

Wo stehen wir in 10 Jahren? Wie sehen Sie die Entwicklung von Cannabis in der Medizin?
Dr. Daniel Feurstein: Ich bin mir sicher, dass uns bereits in weniger als 5 Jahren mindestens 1-2 weitere zugelassene Cannabis Medikamente zur Verfügung stehen werden. CBD hat großes Potential für den Einsatz zur Behandlung von chronischen Schmerzen, entzündungsbedingten und einigen neurologischen Erkrankungen. Für Europa und somit auch Österreich sehe ich eine positive Entwicklung was den Einsatz von Cannabis in der Medizin betrifft. Es hat offensichtlich ein Umdenken stattgefunden und dies wird nun nach und nach belegt durch Daten aus internationalen klinischen Studien.

Herr Dr. Feurstein, wir danken herzlich für das Gespräch!

Unser Interviewpartner ist promovierter Biologe und Gründer von Hanafsan.

WhatsAppFacebookTwitterE-Mail

Folgende Beiträge könnten Sie auch interessieren:
» Experteninterview mit Dr. Günther Malek
» Testosteron
» Prostata-Krebs - Teil 1 "Der PSA-Test "
» Prostata-Krebs - Teil 2 "Ganzheitliche Vorsorge"
» Das Burnout-Syndrom - Teil 1 "Symptome"
» Das Burnout-Syndrom - Teil 2 "Stadien"
» Das Burnout-Syndrom - Teil 3 "Therapie"
» Sexuell übertragbare Krankheiten jenseits von HIV und Hepatitis
» Innere Unruhe Teil 1
» Innere Unruhe Teil 2
» Männer pfeifen auf Schlaganfall-Vorsorge
Sport & Fitness   Extremsport   Marathon   Gesundheit   Geschlechtskrankheiten  
Start · Sex & Liebe · Sport & Fitness · Spaß & Freizeit · Gesellschaft & Soziales
Logo von maennernews.info
Start | Datenschutz | Impressum
Diese Seite speichert Cookies und stellt Verbindungen zu Drittservern her. Mehr Infos OK